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Wirbelwerk || Neurochirurgie - Carsten Stüer


»Ich fing schon an, mit ihm zu reden.«

Dass der Rücken ihre Problemzone ist, wusste sie schon immer. Sport treiben, viel Bewegung, das war für Susanne K. selbstverständlich - und gut für den Rücken. Dann, sie war gerade vierzig, kam es ganz dicke. Die Bandscheibe. Der Schmerz war von da an immer da, fünf Jahre lang, zweiundzwanzig Stunden am Tag. Ein Dämon, der wie ein siamesischer Zwilling irgendwo dahinten, wo man nicht rankommt, sitzt und bei der kleinsten Bewegung zuschlägt.

Sie verlor ihren Job, ihren Lebensmut, ihre Selbstachtung. Ihr Freundeskreis schrumpfte dramatisch. Zum Schmerz kam die Angst und die Unsicherheit auf der jahrelangen Suche nach dem richtigen Weg. Sie hörte eine Million Ratschläge, was man tun könnte, was man machen und was man sein lassen sollte. Sie kennt jeden Orthopäden im Umkreis von 500 Kilometern, und einer von ihnen schickte sie zu Carsten Stüer.

Der sagt ihr erstmal, dass er nicht zaubern kann. Aber er entwickelt gemeinsam mit ihr ein Konzept, das auch Komplikationen berücksichtigt und gewinnt ihr Vertrauen. Er setzt zwischen dem fünften Lendenwirbel und dem Kreuzbein einen “bewegungserhaltenden Bandscheibenersatz” ein. Das klingt einfacher als es ist, sagt aber schon alles. Nach der Operation wacht sie auf, und das erste, was sie bemerkt: der Schmerz ist weg. Sie weint. Ein halbes Jahr später. Susanne K. bewegt sich immer noch sehr verhalten. Die Vorsicht sitzt tief. Im Kopf ist noch nicht ganz angekommen, dass es vorbei ist. Sie darf wieder Sport machen, Gymnastik. Wie früher. Sie arbeitet wieder in einem neuen Job. Sie macht sich schön. Sie hat neue Freunde. Das Leben hat sie wieder. Alles was geblieben ist, ist eine kleine Narbe unten am Bauch, knapp sechs Zentimeter lang.