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Wirbelwerk || Neurochirurgie - Carsten Stüer


»Das Leben ist zu kurz, um ein langes Gesicht zu machen.«

Das ist sein Motto, und das nimmt man ihm sofort ab, wenn man Werner M. da so sitzen sieht: ein kräftiger Mann Mitte sechzig, vital, optimistisch, mit einem Lächeln, das tief von innen kommt, von geradezu buddhistischer Gelassenheit. Kein Wunder, wenn man seine Geschichte hört. Zig Jahre zur See gefahren, Zupacken gewöhnt. Setzt sich an Land zur Ruhe, bezieht ganz allein ein Ferienhaus in der Heide, geht viel zu Fuß. Und dann, aus heiterem Himmel, dieser unglaubliche Schmerz. Er kann sich praktisch nicht mehr bewegen. Es folgen diverse Untersuchungen, MRT natürlich, alle möglichen Schmerzmittel, resignierende Ärzte. Ein Wirbel verschoben, Spinalkanal verengt, das Gespenst einer Querschnittslähmung vor Augen. Der Rücken ist hin, kriegt er zu hören. Aber er gibt nicht auf, siehe Motto oben. Er trifft Carsten Stüer, und der sagt ihm ganz offen, dass eine kleine Operation möglicherweise nicht nur nichts bringt, sondern alles noch schlimmer macht. Die beiden wagen es trotzdem. Ergebnis: Fehlanzeige. Werner M. gibt immer noch nicht auf. Und Carsten Stüer auch nicht. Nach ausführlichen Gesprächen und sorgsamem Abwägen dann die zweite Operation. Und die bringt den gewünschten Erfolg: die unterste Bandscheibe wird aufgerichtet und die Lendenwirbelsäule über drei Etagen stabilisiert.

Der Schmerz ist verschwunden, die Beweglichkeit ist wieder da, und der alte Optimismus auch. Für Werner M. hat ein neues Leben angefangen – und eine neue Liebe. Aber das ist eine andere Geschichte.