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Wirbelwerk || Neurochirurgie - Carsten Stüer


Vierter Stock, ohne Fahrstuhl. Soso.

Für jemanden, der wie Marion H. für sein Leben gern Tennis spielt, ist das der größtmögliche Schock. Der Schmerz schießt mit einem Schlag durch den ganzen Körper, man erstarrt mitten in der Bewegung zu einer Salzsäule, und dem Gehirn wird signalisiert: Das war’s. Ab heute nur noch Leben in Zeitlupe. Der Weg hoch zur Wohnung im vierten Stock dauert ab sofort eine halbe Stunde.

Diagnose: Eine Verengung des Wirbelkanals im Lendenbereich. Ein Wirbel bildet Auswüchse nach innen, die auf eine Nervenwurzel drücken. Wie soll man da denn rankommen?! Für Marion H., zierlich, sportlich, Ende fünfzig, beginnt ein dreijähriger Leidensweg mit der ganzen Bandbreite widerstreitender ärztlicher Ratschläge und Produkten der gesamten Schmerzmittelindustrie in stetig steigender Dosierung. Als sie zu Carsten Stüer kommt, kann sie kaum noch gehen und muss sich alle paar Schritte nach vorn beugen, um die Wirbelsäule zu entlasten. Sie weiß nur eines: Sie will ihre schöne Wohnung nicht aufgeben, und sie will wieder Tennis spielen. Das ist im August. Im September ist sie im Urlaub, im Oktober wird sie operiert, am 1. November spielt sie wieder Tennis. Carsten Stüer hat die Auswüchse in Zehntelmillimeterarbeit entfernt und die volle Beweglichkeit wieder hergestellt. Sechs Tage nach der OP können die Schmerzmittel abgesetzt werden. Irgendwie, sagt sie, genieße ich den Blick aus meiner Wohnung über die Dächer von Hamburg ganz anders als früher.